Festplatte komplett shreddern

Oct 13, 2010 by     No Comments    Posted under: Stuff

Will man mal eine alte Festplatte verkaufen oder einfach mal an jemanden ausleihen, sollte man immer daran denken, dass sich darauf befindliche geloeschte Dateien meist ohne groessere Probleme wieder sichtbar machen lassen. Das liegt daran, dass Dateien nicht wirklich geloescht werden, sondern lediglich der Verweis auf die Datei geloescht wird. Die Festplatte vergisst sozusagen, dass die Datei noch irgendwo rumliegt. Normalerweise stoert das nicht, denn irgendwann wird einfach eine neue Datei geschrieben und landet ja evtl. gerade auf dem Platz der geloeschten. Da man das aber nicht wirklich nachpruefen oder gar steuern kann, ist es sinnvoll vor dem Verleihen oder Verkaufen einer Festplatte diese komplett zu saeubern. Dazu muss man einfach den gesamten Speicherplatz der Platte mit Einsen, Nullen oder am Besten Zufallswerten ueberschreiben. Unter jedem Betriebssystem finden sich dazu diverse Tools. Da ich ja nur Linux einsetze habe ich mich dazu mal schlau gemacht und eine einfache Moeglichkeit gefunden:

shred -v -n 3 /dev/sdc

Im Beispiel wird meine gesamte Festplatte unter dem Device /dev/sdc geshreddert. Hier also statt /dev/sdc das gewuenschte Device angeben. Der Befehl shred kann sowohl einzelne Dateien shreddern (dazu gibt man statt des Devices halt einfach den Pfad zur Datei an) oder Devices bzw. Partitionen (diese muessen dazu nicht extra gemounted sein). Der Parameter -v gibt dabei an, dass ein paar Informationen zum aktuellen Zyklus ausgegeben werden. Sonst weis man halt nicht, wie weit der Prozess aktuell ist. Mit dem Parameter -n kann man bestimmen, wie oft dieses Ueberschreiben wiederholt werden soll. Meine externe Festplatte mit 320GB Kapazitaet brauchte fuer einen einzigen Durchlauf gute 4 Stunden. Man sollte also aufpassen, welchen Wert man hier waehlt. Naja notfalls bricht man halt mit CTRL-C ab. Es gibt noch ein paar weitere Parameter, welche man sich mit shred -h ansehen kann. PS.: Bei einer externen USB-Festplatte kann man das Device recht schnell ueber den Befehl dmesg herausfinden. Das Device sowie evtl. vorhandene Partitionen werden nach dem Anstecken der Platte in einer der letzten Zeilen der dmesg-Ausgabe aufgelistet.

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